Das größte norddeutsche Fest ist jedes Jahr die Kieler Woche. Dieses Jahr wurde zum 125. Mal in der Schleswig-Holsteinischen Landeshauptstadt gefeiert.
In der ganzen Innenstadt - vom Bahnhof bis zum Hindenburg-Ufer - war die Kiellinie aufgebaut. Täglich wurde ein abwechslungsreiches Programm für die Gäste geboten. Es drehte sich, wie sollte es anders sein, hauptsächlich um Wasser und Seefahrt. Im Kieler Innenhafen hatten viele Großsegler festgemacht und auf der Förde fanden täglich Regatten statt. Teils konnte man auch mitsegeln oder in Begleitbooten bei den Regatten hautnah dabei sein.
Kamerad Rolf Geiger und ich hatten uns am 17. Juni für unseren alljährlichen Rundgang an der Förde und zum Open Ship verabredet.
Der Weg zum Marinestützpunkt führte uns am Kieler Yachtclub vorbei, in dem u.a. einige Segelyachten der Deutschen Marine (Marineschule Mürwik) und anderer skandinavischen Marinen festgemacht hatten.
Am ersten Wochenende war, wie jedes Jahr, der Tirpitzhafen zum Open Ship für alle Marine-Interessierten geöffnet. Im Eingangsbereich wehten die Landesflaggen der jeweiligen Gastschiffe im Wind. Es waren viele Schiffe aus den Baltikstaaten rund um die Ostsee nach Kiel gekommen. Das Flaggschiff war die deutsche Fregatte "Hessen" (F221). Vor den großen Schiffen bildeten sich lange Besucherschlagen, die dann auch schon einmal auf der Pier eine Regendusche ab bekamen, denn das Wetter hatte alles im Gepäck.
Die beiden amerikanischen Marineschiffe, der Zerstörer "Mahan" und die Fregatte "De Wert", die von einer Übung in der Ostsee bzw. aus dem Seegebiet vor Heiligendamm zurückgekommen waren, beteiligten sich nicht am Open Ship und hatten sich an der Tirpitzmole abgesichert; von Land mit Sichtblenden und S-Drahtzäunen und wasserseitig mit Schwimmsperren und Taucherpatrouillen. Die deutschen Marineschutztruppen kontrollierten den Zugang zu den Amis auf der Pier und Marineboote sicherten die Seeseite.
Einige Gastschiffe hatten Kontrollen der Besucher eingerichtet. Teilweise wurde das Gepäck nur kontrolliert und anderseits musste die mitgeführten Taschen und Rucksäcke an der Stelling abgegeben werden.
Rolf und ich haben einige für uns interessante Schiffe angesehen. Die "Hessen" und die russische Fregatte "Neustrashimy" kannte ich schon vom letzten Jahr, so dass wir uns dort nicht in die Besucherschlangen einzureihen brauchten. Für uns war ein Besuch des Tenders "Rhein" und einiger anderer Schiffe aus den Niederlanden und Belgien interessant.
Auch in der Hafenanlage wurde viel geboten. Verzehrstände und Verkäufer von Fotos, Postkarten und Schiffsstempeln sowie Militärartikeln, Infostände der Bundeswehr und Reservistenvereinigungen hatten sich vor dem Hafenmeistergebäude aufgebaut.
Vielleicht bin ich im nächsten Jahr wieder in meiner Landeshauptstadt dabei, wenn es heißt "Open Ship" im Kieler Tirpitzhafen.
Hartmut Hoffmann
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(Hartmut Hoffmann aus Uetersen)