(Foto: M. und B. Krämer)
Gleich am ersten Tag der Sail Bremerhaven 2010, am Mittwoch, 25. August, besuchten Marlis und Bernd Krämer das Spektakel.
Hier der Bericht von Marlis:
Die Sail 2010 war ja schon lange im Voraus geplant. Geplant war auch, die großen Segler zum ersten Mal durch die neue Kaiserschleuse zu schleusen. Aber die ist noch nicht fertig. So etwas von Baustelle kann man sich nicht vorstellen. Und so gab es keine Windjammerparade sonder ein Sail In.
Ja! Und die Tage vorher gab es viel Wind. Der blies so kräftig aus der falschen Richtung, dass wir dachten, die Segler kämen ohne Segel angefahren, wie es ja oft bei der Parade war. Aber zur großen Freude der Zuschauer hatten die Großsegler ihr Vollzeug hochgezogen. Na gut - fast hoch. Aber es war dennoch ein schöner Anblick. Einige der Segler hatten die Leinen zur Sicherheit nicht los gemacht und sind im sicheren Hafen geblieben.
Da hat uns auch der Regenanzug nicht gestört, der glücklicherweise nur gegen den Wind zu schützen hatte. Die paar Regentropfen konnte man gut so aushalten.
Die Windjammer wurden von unserem Schulschiff, der GORCH FOCK angeführt. Fast vor unserem Standort wurden leider die paar Segel eingeholt denn in Blexen Reede wurde gewendet, um dann durch die Nordschleuse in den Neuen Hafen zu gelangen. Bei dem Wind war das kein leichtes Unterfangen auch wenn die Schlepper meisterhafte Arbeit vollbracht haben.
Mike fragte an, ob in der Zeitung etwas von einem zweiten Anlauf zum Einlaufen der GORCH FOCK in den Neuen Hafen gestanden hat. Hat nicht. Die NZ hat wohl keine Webcam geschaut. Auch bei der Dar Mlodziezy mussten die Schlepper zirkulieren, damit sie heil durch die Drehbrücke in den Neuen Hafen gelangte. Für Fender waren da kein Platz mehr. Dieser Segler wurde, wie die GORCH FOCK, auch rückwärts an die Pier geschleppt. Die Höhe der Schiffe war natürlich eine herrliche Angriffsfläche für den Wind, der immer noch kräftig blies.
Die Sea Claud II lag während der Einlauf Parade an der Seebäder-Pier. Sie kam leider nur auf einen Drink vorbei und war dann wieder weg.
In der Eröffnungsrede wurde dann auf die nächste Reise der GORCH FOCK hingewiesen. Am Montag macht sie in Bremerhaven los und sich auf den Weg aller Wege, nämlich Kap Horn zu umrunden. Diese Reise ist die längste Ausbildungsreise in der 52-jährigen Geschichte der GORCH FOCK. So schlappe 23.000 Seemeilen kommen da wohl zusammen.
Da können wir nur alle Daumen drücken, damit die Besatzung mitsamt dem Schiff im nächsten Jahr zur Kieler Woche wieder begrüßt werden kann, denn rund ein Jahr soll diese Reise dauern.
Mit der internationalen Verständigung war es dann auch noch so eine Sache: Während unsere Oberen, einschließlich des Bundesministers des Innern, Thomas de Maizière, ihre Rede hielten, brachte die Besatzung des indonesischen Seglers DEWARUCI ihr volles Programm. Hast ja mal. Aber alle politischen Redner waren tolerant und haben sich nicht daran gestört.
Die hölzerne GÖTHEBORG ist der Augenschmaus schlechthin. Die Besatzung dieses nachgebauten Handelsschiffes von 1745 (Neubau 1995) läuft in „Räuberzivil“ vor und auf dem Schiff herum. Ein tolles Schiff und zum ersten Mal als Botschafter Schwedens bei der Sail anwesend.
Am Freitag heißt ein Programmpunkt „Flames of Water“. Das ist ein tolles Ding. Feuerwerk und Wasserfontänen. Wir haben das schon einmal gesehen und waren begeistert. Hoffentlich macht der Regen, der angekündigt ist, den Veranstaltern keinen Strich durch die Rechnung.
Samstag ist dann das große Feuerwerk, das wir uns diesmal von der Weserfähre ansehen werden. Ist auch mal schön, wenn Bernd nicht bei der Knallerei dabei ist.
Sonntag um 19 Uhr sind wir wieder dabei, wenn es heißt: Anker gelichtet, Kompass gerichtet, der See entgegen.
Marlis Krämer
Hier einige der Bilder, die Marlis und Bernd fotografiert haben:
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Die Nordsee-Zeitung am Donnerstag, 26. August 2010 (Anklicken zum Vergrößern)