(Foto: B. Krämer)
Drei der BGEF-Kameraden trieben sich Anfang August 2010 in der Kieler Förde, auf der Ostsee und auf der Schlei herum.
Hier der Bericht von Marlis Krämer:
Ja, wenn einer eine Reise tut, so kann er was erzählen. In diesem Fall waren es sogar drei Kameraden der BGEF, die gemeinsam unterwegs waren und viel zu erzählen hatten.
Am Freitag, 6. August, schifften sich Rolf Geiger, Jürgen Alester und Bernd Krämer in Kiel auf dem V-Boot bzw. den beiden Seglern der RK Kiel ein. Das V-Boot namens KUDDEL wurde mit Vorräten für die Reise und den Seesäcken der Mannschaften vollgestopft. Jürgen und Bernd gehörten für die paar Tage zur „Stammbesatzung“ der MELLON, dem ehemaligen Beiboot des Segelschulschiffes DEUTSCHLAND auf der unser Kamerad Hartmut Hoffmann einen Teil seiner Marine-Zeit verbracht hatte. Auch Rolf war Gast auf der MELLON, wenn er nicht gerade das V-Boot steuerte.
Am ersten Tag ging es von Kiel aus durch die Förde in die Schlei bis nach Kappeln. Leider musste das alles mit Motorkraft gemacht werden, denn es herrschte Flaute.
In Kappeln wurde im Museumshafen festgemacht. Luftmatratzen und Schlafsäcke wurden in einem ehemaligen Waggon der Bundesbahn ausgebreitet und für die Nacht parat gemacht.
Der gemütliche Teil begann damit, dass die Crew des 2. Seglers, der KEULE, auch „seefahrender Joghurtbecher“ genannt, weil aus Kunststoff, den Grill anschmiss und Bratwurst und Fleisch zubereitete. Während der Fahrt hatte einer der Mannschaft eine Meerforelle gefangen, die auch auf den Grill kam. Klar, dass es auch Bier gab, denn einer der mitsegelnden Kameraden hatte so ein, zwei Fässchen Bier im Gepäck.
Nachdem der Schnarchgesang am nächsten Morgen durch abruptes Wecken endete, fing der zweite Tag mit einem leckeren Frühstück auf dem V-Boot an. An Bord durften die Seeleute erst nach dem Ruf "Backen und Banken". Wieder auf den Seglern ging die Reise weiter, den Fjord hinunter bis nach Schleswig. In Höhe Sieseby wurde Halt gemacht und angelegt. Dabei ging leider der Flaschenhalter, das wichtigste Gerät an Bord, rasant abwärts. Es wurde noch versucht, diesen mit dem Bootshaken aufzuhieven, misslang aber, denn es stellte sich heraus, dass das Wasser da rund drei Meter tief ist. Also blieb der Flaschenhalter zur Erinnerung auf Grund.
Nach dem Ablegen, es war immer noch nicht genug Wind zum Segeln, hatten einige Kameraden ein erfrischendes Bad in der Schlei genommen.
Die auf der MELLON hatten sich einen Spaß gemacht und erfanden das „Stiefeltrinken“ neu. Diesmal war es kein Stiefel sondern ein Halbliter-Humpen gefüllt mit Apfelsaft und Wodka. Wenn der Humpen leer war, wurde er in die Schlei gehalten, gut durchgespült und irgendwann wieder neu gefüllt.
In Schleswig angekommen, spielte sich das gleiche Szenario wie am Vortag ab, nur daß diesmal die Besatzung der MELLON grillte.
Als überdachtes Nachtlager stand der Veranstaltungsraum des Seglerheims zur Verfügung.
Hannes von der KEULE hatte seine Quetschkommode mitgebracht und haute in die Tasten bzw. auf die Knöpfe. Shantys erklangen. Auch auf der KEULE wurden die Jungs von Hannes unterhalten.
Der dritte Tag begann wieder mit dem leckeren Frühstück mit Lachs, eingelegtem Harzer, Feuerwehr-Marmelade, Sekt, Kaffee und Tee – und anderes mehr.
Nachts hatte es geregnet und es nieselte auch noch, als die Männer sich auf den Weg machten, einen Stadtteil Schleswigs aufzusuchen.
Auf dem Holm, einer alten Fischersiedlung mit heute noch eingehaltenen Traditionen, trafen die Seeleute, „rein zufällig auf einen da so ´rumstehenden“ Fischermeister, der sie durch diesen Stadtteil von Schleswig führte.
Nach der Besichtigung des Dorfes und des Museums ging es in ein Café. Vor dem Café war genug Platz für alle und so wurde, mit einem Getränk vor sich, der Friedhof auf der anderen Straßenseite begutachtet, auf den auch heute noch nur die Holmer Bewohner beigesetzt werden. Die Stimmung war gut und so wurde jeder, der an den Männern vorbei ging, freundlich mit einem „Moin“ begrüßt. Nicht alle auf einmal. Nee, das kam schon so nach und nach. Aber alle, auch die so Angesprochenen, hatten ihren Spaß.
Inzwischen war es wieder trocken und so ging es mit Motorkraft wieder zurück nach Kappeln, wo der Waggon wieder für die Übernachtung bereitstand. An diesem Abend wurde nicht gegrillt, sondern es fand ein Abschiedsessen im Yachtclub statt, das vorher schon geordert war.
Den Absacker gab es dann auf dem V-Boot, wo inzwischen auch Helga mit ihrer Gitarre aufgetaucht war. Es stellte sich heraus, dass sie bei der Finkwarder Speeldeel aktiv dabei war und somit auch viele Lieder auf plattdeutsch kannte. Die „Plattdeutschen“ der Jungs sangen kräftig mit, die „Hochdeutschen“ hörten sich die Musik an. Aber alle waren begeistert.
Am 4. Tag ging es wieder zurück nach Kiel. Kurz vor der Durchfahrt der letzten Brücke versagte der Motor der MELLON. Kurzerhand wurde das V-Boot herbeigerufen und das nahm die MELLON in Schlepp. Sonst wären alle Boote weg gewesen und die MELLON hätte rund zwei Stunden warten müssen, um dann hinterher zu segeln. Ja, richtig! Segeln! Auf der MELLON wurde fieberhaft nach dem Fehler gesucht und gefunden. Der Kraftstofffilter war dicht. Der Fehler wurde behoben. Aber da Segel gesetzt werden konnten, war das nicht mehr so tragisch.
Kurz vor Laboe kam ein Minensuchboot in Sicht. Die MELLON dippte die Flagge zum Gruß. Leider wurde dieser nicht erwidert - aber über Funk kam kurze Zeit später eine Entschuldigung, denn da die M1092 gerade vor Laboe war, waren die Soldaten mit dem Ehrengruß beschäftigt. Dafür hatten die auf der „MELLON“ vollstes Verständnis.
Um 16.45 Uhr hatten die Boote ihre Liegplätze im Yachthafen vor dem Stützpunkthafen eingenommen. Das V-Boot wurde wieder in seinen Urzustand zurückversetzt und alles Gepäck, Abfall usw. von Bord gebracht.
Wie bei der Anreise in Kiel verbrachten Jürgen und Bernd auch diesmal noch eine Nacht bei Rolf und Gabi Geiger. Für die freundliche Aufnahme bei den beiden bedanken sich Jürgen und Bernd noch einmal ganz herzlich.
In Bremerhaven angekommen, sprudelten die beiden Jungs nur so über und waren schwer begeistert als ich denn mal so leise fragte, wie des denn gewesen ist. „Und: Wir dürfen im nächsten Jahr wiederkommen!“ - Alle Achtung!
Auf meine Frage: Wie war das denn mit Luv und Lee? Pinkelst du in die See, tu es nie in Luv sondern nur in Lee. Da kam die Antwort, dass man das eigentlich durch die Duchten machen sollte, so auf Seemannsart. Aber ob die das wirklich so gemacht haben? Ich habe da so meine Zweifel. Nach „größeren“ Sachen habe ich zwar gefragt aber keine Antwort erwartet. Alle fingen nur herzlich an zu lachen. Vielleicht war das die Vorstellung: auch durch die Duchten??
Ja, so wurde mir das berichtet.
Marlis Krämer
Hier einige Bilder, von Bernd und Jürgen fotografiert:
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