(Foto: Marlis Krämer)
Marlis und Bernd Krämer, so munkelt man, kriegen demnächst eine Gästeauszeichnung verpasst: Schon wieder mal waren sie in Wilhelmshaven, um das Einlaufen einer Fregatte zu beobachten. War es Mitte Juli 2009 die Fregatte Emden, die begrüßt wurde, war es am 22. August 2009 die Fregatte Rheinland-Pfalz, die nach langer Zeit des Einsatzes zurückkehrte. Mit auf der Rheinland-Pfalz war ein Verwandter der beiden.
Hier Marlis' Bericht:
Erst vor kurzem hörte Bernd, dass sein Groß-Cousin auf der Rheinland-Pfalz im Rahmen ATALANTA unterwegs war und nachdem mehrere Mails hin- und hergegangen sind, haben wir uns am Samstag, 22.09.2009, nach Wilhelmshaven aufgemacht, um die Rheinland-Pfalz und unseren Verwandten nach sieben Monaten Abwesenheit in Empfang zu nehmen.
Bernd und ich waren, wie man sich denken kann, nicht die Einzigen, die unseren Groß-Cousin begrüßten: auch seine Eltern und eine reichliche Auswahl seiner Kumpels von zu Hause hatten sich auf den Weg gemacht.
Der Zufall wollte es, als wir vor dem Tor des Stützpunktes auf Bernds Cousin warteten, dass Bernd von zwei Pkw-Fahrerinnen angesprochen wurde, ob er ihnen nicht weiterhelfen könnte, denn sie wollten zur Rheinland-Pfalz. Bernd gab Auskunft und als wir dann auch auf dem Parkplatz ankamen, standen diese Frauen im Kreis der Kumpel. Das löste natürlich erst einmal Heiterkeit aus.
Seit Freitagmittag dümpelte die F209 vor Helgoland und wartetet darauf, endlich in den Heimathafen einlaufen zu können. Pünktlich um 10 Uhr war sie dann endlich da und um 10.20 Uhr mit dem Festland verbunden.
Die Menschenmasse vor dem Schiff war genauso groß wie beim Einlaufen der Fregatte Emden am 17.07.09. Etliche Transparente waren auch ausgerollt.
Viele Angehörige waren schon zeitig eingetroffen und warteten auf die Rheinland-Pfalz und auf ihre Söhne, Töchter, Männer oder Frauen, als von weitem ein Hubschrauber zu sehen war, der sich rasch näherte. Vor der Menschenmasse drehte er sich so, als stünde ein Dirigent vor seinen Musikern, dann kippte er mit der Nase nach unten und begrüßte so die Anwesenden. Klar, dass ordentlich gejohlt und gewunken wurde.
Die Einlauf-Musik kam von Bord, weil ein Marine-Musik-Corps in Urlaub war und das andere einen anderen wichtigen offiziellen Auftrag hatte. Aber das tat dem Geschehen keinen Abbruch. Wichtig war nur: Endlich wieder zu Hause!
Die vier Wochen Verlängerung der Dienstreise haben doch ganz schön geschlaucht.
Natürlich hielten wir mitsamt der Clique Ausschau, ob wir unser Familienmitglied nicht erspähen konnten. Konnten wir nicht. Aber als die Stelling festgemacht war, zog es uns an Bord. Das Gedränge war groß, aber Bernds Cousin hatte seinen Sohn dann doch erspäht und schloss ihn in die Arme. Nach der Mutter kamen Bernd und ich an die Reihe. Die Clique wurde per Telefon an Bord gelockt. Natürlich war das „Hallo“ groß und unser Mariner total gerührt. Er wusste nicht, wo er zuerst anfangen sollte, zu erzählen. Kurz umriss er die Festnahme der Piraten, dann stürmte wieder etwas Neues auf ihn ein. Jetzt ist er erst einmal nach Hause gefahren und genießt einen Kurzurlaub, bevor es ihn wieder nach Wilhelmshaven verschlägt.
Zwischendurch wurde der IO verabschiedet, weil er das letzte Mal von Bord ging. Und die beiden Helis haben sich auf den Weg nach Nordholz gemacht.
Beim Empfang der Emdenleute haben wir ja auch miterlebt, wie froh die Angehörigen waren, ihre Marine-Soldaten/Soldatinnen endlich wieder in die Arme schließen zu können. Heute gehörten wir auch dazu und ich muß sagen: Ein tolles Gefühl der innerlichen Befreiung.
Marlis Krämer
Einige Bilder vom Einlaufen:
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