Gudrun und Hartmut Hoffmann besuchten im Januar 2009 das Internationale Maritime Museum in Hamburg. Hier Hartmuts Bericht.
"Seit gut einem halben Jahr hat das Internationale Maritime Museum die Schotten geöffnet. Im Kaispeicher B am Brooktor- und Magdeburger Hafen in der Hamburger Hafencity fanden in dem Backsteingebäude aus dem Jahre 1878/79 die kostbaren Sammelstücke von Peter Tamm ein neues Zuhause. Der Kaispeicher B ist ein eingetragenes Denkmal und wurde nach mehrjährigem Umbau im Juni 2008 eröffnet.
Über neun Decks erstreckt sich für den interessierten Besucher ein Bild von Eroberern und Entdeckern, von einfachen Seeleuten bis zu Kapitänen und Admirälen. Eben eine Expedition durch 3000 Jahre Menschheitsgeschichte auf den Weltmeeren. Wertvolle Dokumente aus Vergangenheit und Gegenwart, Ton- und Filmaufnahmen sowie interaktive Elemente lassen die Geschichte besser verstehen.
Im ersten Deck wird die Entwicklung der Navigation und Kommunikation veranschaulicht.
Im Deck 2 werden Schiffe unter Segeln behandelt. Von der Nutzung des Windes als Antriebsmittel bis zur Geschichte der Segel und des Tauwerks ist neben der Piraterie des Altertums bis zur Neuzeit vieles zu erfahren.
Das Deck 3 informiert über die Geschichte des Schiffbaus. Die Entstehung der Schiffe von einfachen Fellbooten und Einbäumen bis zu den heutigen Containerschiffen wird über die Jahrtausende von der Handwerkskunst bis zur Wissenschaft veranschaulicht.
Der Dienst an Bord wird im Deck 4 behandelt. Im Zeughaus der Geschichte wird über das Leben an Bord berichtet. Ausgestellt werden u.a. Orden und Ehrenzeichen, Uniformen sowie Waffen und Werkzeuge.
Das Deck 5 behandelt Krieg und Frieden: Seit 1815 nutzen die Marinen der Welt Dampfmaschinen, Turbinen und Motore als Antrieb. Hier wird die Entstehung bis zu heutigen Entwicklung des Marine-Schiffbaus und der Waffentechnik behandelt.
Die moderne Seefahrt der Handels- und Passagierschifffahrt werden in Deck 6 veranschaulicht. Durch Einführung des Dampfantriebes erfolge eine sprunghafte Steigerung des Warenhandels auf See bis zum heutigen Containertransport. Aber auch die Kreuzfahrtindustrie kommt hier nicht zu kurz.
Auf Deck 7 werden Forschungen auf den Weltmeeren und die Ozeanographie sowie Entdeckungsreisen unter Wasser angesprochen.
Der Liebhaber von Kunsthandwerk und Marinemalerei ist in der Schatzkammer des Decks 8 gut bedient. Von Knochen-Schiffsmodellen bis zu maritimen Köstlichkeiten aus Gold, Silber, Bernstein und anderer Materialien findet man hier alles und diverse Marinemaler zeigten sich als Reporter ihrer Zeit mit Werken auf See, von Häfen, aus Werften und als Zeitzeugen der Kriege.
Mit einer Lupe sollte sich der Besucher des Decks 9 bewaffnen. Hier wird die große Welt der kleinen Schiffe gezeigt. 36.000 Schiffsmodelle im Maßstab 1:1250 sind in meterlangen Vitrinen ausgestellt. Es ist die breite Palette der Schifffahrt von ziviler Seefahrt und der Marinen weltweit, nach Nationalität sortiert, zu sehen.
Das 10. Deck, der "Salon des 10. Längengrades", dient für Events, Sonderveranstaltungen, Lesungen, Vorträgen und Präsentationen. Ein Forum finden hier neben dem Internationalen Seegerichtshof die Meeresforschungsinstitute, Werften und Reedereien.
Im Kaispeicher B befindet sich ein Modell des längsten Passagierschiffes der Welt, der Queen Mary II. Das Schiff ist aus 780.000 Legosteinen zusammengebaut und hat eine Länge von 6,90 Meter bei einer Breite von 0,82 Meter. Das Modell ist 144 Zentimeter hoch.
Auf dem Außengelände sind neben Zweimann-U-Booten auch Torpedos, Schifffahrtstonnen und das Tochterboot eines Seenotrettungskreuzers zu sehen.
Der Besucher des Internationalen Maritimen Museums sollte sich viel Zeit mitbringen. Die tägliche Besuchszeit von 10 bis 18 Uhr reicht nicht aus, um alles in Augenschein zu nehmen.
Ich komme bald wieder, denn ich habe heute nur 3 Decks besichtigt. Mehr über das imposante Museum findet man unter www.internationales-maritimes-museum.de"
Hartmut Hoffmann
Hier Hartmuts Bilder aus dem Museum:
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