(Bild: G.+ H. Hoffmann; Anklicken zum Vergrößern)
Urlaub ist, fast immer, mit Reisen verbunden. Reisen kann aber auch anstrengend sein. Gudrun und Hartmut wollten sich dieses Mal fahren lassen und haben sich für eine Norwegen-Fjord-Kreuzfahrt entschieden. Hier ihr Bericht.
Die Reise begann am Bollhörnkai im Kieler Hafen. Am Einschiffungstag lagen vier Kreuzfahrtschiffe und die zwei regelmäßigen Skandinavien-Fähren in Kiel. Es wurde von einem Passagieraufkommen von insgesamt 16.000 Passagieren berichtet.
Nach dem „Leinen los!“ trat Ruhe auf unserem Schiff ein. Mit einer Fahrgastzahl von 700 Passagieren und 350 Personen Bordpersonal war die Fahrt auf dem historischen Kreuzfahrtschiff „Mona Lisa“ recht überschaubar. Wir wollten ein paar ruhige Tage auf See genießen und haben uns deshalb für das im Jahr 1966 in Dienst gestellte Schiff und nicht für einen Disco-Dampfer entschieden. Auch die Landausflüge hatten wir entsprechend gewählt.
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Je nach angelaufenem Hafen mit unterschiedlichen Hafenliegezeiten haben wir uns schon vorab für individuellen Landgang oder organisierte Touren an Land entschieden. Für einen Museums-Marathon war die Zeit viel zu knapp. In Stavanger und Bergen haben wir einen Einblick durch Stadtrundfahrten mit dem Bus erhalten. In Oslo und später in Eidfjord, am Ende des Hardanger-Fjordes hatten wir individuelle Landgänge gewählt. In Flam, einen kleinen Ort im Aurlands-Fjord, einem Ausläufer des Sogne-Fjordes, entschieden wir uns für eine Fahrt mit der Flam-Bahn. Hier kann man direkt neben der Pier vom Schiff in die Bahn umsteigen. Dann wird mit dem Zug in ca. 60 Minuten eine Strecke von 20 km durch 20 Tunnels ein Höhenunterschied von 811 Metern bewältigt. Oben angekommen hat man einen herrlichen Blick auf die bis zu 2000 Meter hohen schneebedeckten Gipfel der norwegischen Bergwelt. Der 90-minütige Aufenthalt im Gebirge ohne Blick aufs Wasser, von einigen gigantischen Wasserfällen abgesehen, reicht dann auch und die Sehnsucht nach Schiffsplanken überwog.
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Im Verlauf unserer Reise haben wir einige für uns markante geschichtliche Punkte abhaken können. Wir passierten im Oslo-Fjord die Dröbacks-Enge. Dort wurde am 09.04.1940 von der auf einer Fjord-Insel gelegenen Festung Oskarsborg aus das Artilleriefeuer auf den schweren Kreuzer „Blücher“ eröffnet. In Folge des Gefechtes und durch Beschädigungen nach Torpedotreffern sank die „Blücher“ nördlich davon bei Askholmen auf ca. 90 Meter Tiefe.
Ferner passierten wir im nördlichsten Teil des Sogne-Fjordes, in Balestrand, das direkt am Wasser gelegene „Kvikne`s Hotel“ aus dem Jahre 1877. In diesem Hotel erhielt am 28.06.1914 Kaiser Wilhelm II die Nachricht vom Attentat in Sarajevo mit anschließendem Ausbruch des 1. Weltkrieges. Seine Yacht „Hohenzollern“ hatte zu dem Zeitpunkt vor Balestrand geankert.
Highlight waren natürlich die Fjordfahrten. Bei überwiegend gutem Wetter genossen wir die meiste Zeit an Oberdeck. Alle paar Minuten eröffnete sich ein neues Bild auf diese phantastische Landschaft. Einmalig.
Wer sich gelegentlich frischen Wind um die Nase wehen lassen möchte und sich auch vor Schiffsbewegungen im Skagerrak nicht fürchtet, dem können wir eine solche Schiffsreise empfehlen. Es muss nicht immer das Mittelmeer oder die Karibik sein.
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Unsere Reise endete nach einer Woche am Kolumbuskai in Bremerhaven. Hier wurden wir von Bernd und Marlis Krämer wie Weltreisende empfangen. Danke Euch beiden, dass Ihr Euch die Zeit genommen habt, um mit uns zusammen die „Lütte Sail“ zu sehen und uns anschließend zur Bahn zu bringen. Wir wurden das Gefühl nicht los, dass Ihr sichergehen wolltet, dass wir wirklich mit dem Zug abfahren und nicht wieder aussteigen würden. J
Hartmut und Gudrun Hoffmann
Einige weitere Bilder der Fahrt:
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