Zwei von der "Sedov" auf dem Weg zum Refü
(Bild: M.+ B. Krämer)
Marlis und Bernd waren für die BGEF unterwegs. (nein, die zwei da oben im Bild sind sie nicht). Und zwar in ihrer Heimat Bremerhaven, denn dort fand die "Lütte Sail" statt.
Hier ihr Bericht.
Bis Freitag, als wir unterwegs waren, war das Wetter mehr als durchwachsen. Samstag und Sonntag war es so, wie die Segler es sich für einen Hafen wünschen: sonnig und fast windstill.
Zum ersten Mal kam ein mexikanisches Schulschiff nach Bremerhaven: die „Cuauhtémoc“, eine Bark mit Heimathafen Acapulco. Cuauhtémoc, geb. um 1502, war der letzte Kaiser der Azteken. 1502 belagerten spanische Eroberer die Hauptstadt Tenochtitlán, der er 75 Tage lang standhielt. Er wurde leider gefangen genommen und hingerichtet. Cuauhtémoc: übersetzt heißt das in der Sprache der Azteken soviel wie: "Der Adler, der sich auf seine Beute herabstürzt." Es ist ein schönes Schiff und schon früh am Morgen ist dort an Bord die Hölle los.
Wer 2005 bei der Sail war, hat sie noch schneeweiß in Erinnerung, die "Sedov". Heute liegt sie schwarz angepönt an der Pier im neuen Hafen. Der Anstrich hat zwar durch das Seewasser gelitten, wurde aber nach den Filmaufnahmen für den „Untergang der Pamir“ nicht durch das vorheringe Weiß ersetzt. So war das für uns ein ganz neuer ungewohnter Anblick, denn die Sedov ist ja fast jedes Mal während der Sail hier in Bremerhaven.
Die "Kruzenstern" hatte auch ihr Kommen angekündigt. Leider hat sie abgedreht und ist nach Cannes gesegelt, um sich dort vorzustellen. Unsere „Offiziellen“ hatten schon die Einladungen für den Kommerz verschickt, der auf der "Krusenstern" stattfinden sollte. Da soll es noch ein kleines Nachspiel geben, denn es wurden im Vorfeld Mitfahrgelegenheiten angeboten und von den Segelfreunden bezahlt. Vorkasse ist nicht immer gut und es ist schon was dran: Erst die Ware, dann das Geld... Die Veranstaltungen wurden kurzerhand auf die "Dar Mlodziezy" übertragen. Die lag da, wo im letzten Jahr die Gorch Fock ihren Liegeplatz hatte. Also mitten im Zentrum.
"Capitan Miranda", "Christian Radich", "Banjaard", "Cisne Branco", "Kaliakra", "Mir", "Shabab Oman" und wie sie alle heißen, die vielen Segler. Es sollte ja nur eine „Lütte Sail“ werden. Und dennoch kamen eine ganze Menge Windjammer.
Hier einige Bilder von der "Lütten Sail":
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(Bild: M.+ B. Krämer)
Wieder einmal war auch die grüne Bark mit den grünen Segeln hier. Was uns etwas merkwürdig vorkam, waren die kleinen weißen Windjammer, die den Bug der „Alex“ zierten. Wir hatten schon öfter farbliche Veränderungen an der „Alexander von Humboldt“ gesehen, kannten aber die Bedeutung nicht. Nun aber wissen wir es, denn ein „Geheimnisträger“ konnte nicht dichthalten: Es gibt immer wieder kleine Streiche unter befreundeten Crews. Und die haben eine lange Tradition. Wie z.B. Deutschland gegen Niederlande (orange trägt nur die Müllabfuhr) oder Niederlande gegen Deutschland.
2005 ist uns schon aufgefallen, dass die „Alex“ einen orangefarbenen Anker hatte. Sah nicht schlecht aus. Nur: die Farbe gehörte da nicht hin. Die „Oranjes" von der „Eendracht“ hatten dieses in einer Nacht- und Nebelaktion fabriziert. Das sann natürlich auf Rache. Und so machte sich die „Alex“-Crew des Nachts auf den Weg und pinselte den Anker der „Eendracht“ so richtig schön humboldtgrün an. Auch zierte schon ein Mercedes Stern einen der niederländischen Segler. Oder ein Maskottchen trug plötzlich eine grüne Hose. Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt. Aber dieser „Streit“ wurde während der Liegezeit schnell aus der Welt geschaffen und das ging natürlich nur bei einem oder ein paar Bierchen. Marineschiffe oder die „Prestige“-Segler sind tabu. Da sind sich die „freundschaftlich verbundenen Segelfreunde“ einig.
Gudrun und Hartmut kamen von ihrer Norwegen-Tour zurück
Samstagabend haben wir, nach dem Feuerwerk, eine kleine „Kneippkur“ gemacht und landete um 2 Uhr im Heimathafen. Um 6 Uhr klingelte schon wieder der Wecker, denn Hartmut und Gudrun kamen mit der „Mona Lisa“ von Norwegen nach Bremerhaven. Wir haben sie an der Columbuspier begrüßt, gemeinsam einen Kaffee getrunken und die zwei dann in den Zug gesetzt. Wir blieben so lange, bis wir sicher waren, dass sie auch wirklich nicht wieder aussteigen konnten. (*grins*)
Bilder von Gudruns und Hartmuts Ankunft:
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Das war er also, unser Bericht von der „Lütten Sail“.
Bernd und Marlis Krämer





