Die Cocos Islands
Eine Karte aus dem Jahr 1889 (In die Karte klicken zum Vergrößern)
Wo liegen die Cocos (Keeling) Islands?
Die Gruppe der Cocos (Keeling) Islands liegt im Indischen Ozean (12° 12" S, 96° 54" E), rund 2950 Kilometer nördlich von Perth (Australien), 900 Kilometer west-südwestlich der Christmas Island und 1000 Kilometer südwestlich von Java. Sie gehört zu den australischen Territories, die am weitesten von Australien entfernt sind.
Zur offiziellen Site der Verwaltung der Cocos (Keeling) Islands
Im Detail
Die Cocos (Keeling) Gruppe wird von zwei separaten Korallen-Atollen gebildet, die aus 27 einzelnen Inseln bestehen. Die Fläche beträgt zusammengenommen rund 14 Quadratkilometer. Das südliche bewohnte Atoll besteht aus 26 Inseln. Das nördliche Atoll, North Keeling Island - eine einzelne Insel in Form eines Hufeisens - liegt 24 Kilometer nördlich der Hauptgruppe (11° 50" S, 96° 49" E).
Die Atolle sind durch einen Meeresrücken in 700 bis 800 Meter Tiefe miteinander verbunden. Das Meer, das die Cocos Islands umgibt, ist rund 5000 Meter tief.
Auf den Inseln leben rund 600 Menschen - hauptsächlich auf Home Island und West Island.
Die Cocos-Inseln wurden 1609 von Captain William Keeling entdeckt und werden offiziell als "Cocos (Keeling) Islands" bezeichnet, um eine Verwechslung mit anderen Inseln des gleichen Namens zu vermeiden.
Die Inselgruppe war bis 1826 unbewohnt. Dann richtete Alexander Hare eine erste Siedlung ein. 1827 siedelte Captain John Clunies-Ross rund 100 Menschen auf der Insel an, die bei der Kokosnuß-Ernte eingesetzt wurden.
Nurch einem bürokratischen Fehler verleibte sich Großbritannien im Jahr 1857 die Inseln ein. John George Clunies-Ross, ein Nachfahre von John Clunies-Ross, wurde Governor.
Im Jahr 1886 wurde die Inselgruppe wieder an die Familie Cunies-Ross übergeben.
Die australische Regierung kaufte die Inseln im Jahr 1978 von der Familie Cunies-Ross. 1984 bestätigten die Einwohner in einer Abstimmung die Verbindung zu Australien.
Auf Direction Island wurde 1901 die Telegrafen-Relais-Station errichtet, die im Jahr 1914 durch den Landungszug der Emden zerstört wurde.
Im zweiten Weltkrieg spielte die Inselgruppe eine wesentliche Rolle. Der Royal Air Force diente sie als Militärstützpunkt. Im Jahr 1945 lebten so rund 10.000 Menschen auf den Inseln.
Direction Island
Hier stand die Telegrafenstation (Ins Bild klicken zum Vergrößern)
North Keeling Island
Am südlichsten Punkt wurde die SMS Emden auf ein Riff gesetzt. (In die Karte klicken zum Vergrößern)
North Keeling - Das Ende der SMS Emden
Ihr Ende ereilte SMS Emden südlich der North Keeling Island. Nach dem Gefecht mit HMAS Sydney setzte Kommandant von Müller den zerschossenen Kreuzer auf ein Riff, um weitere Opfer zu verhindern. Die Karte rechts zeigt diese Stelle am südlichsten Punkt der Insel.
Bei diesem Gefecht wurden sieben Offiziere, ein Marine-Oberzahlmeister, vier Deckoffiziere, 25 Unteroffiziere, 92 Mannschaften, zwei Zivilbedienstete und drei chinesische Wäscher der Emden getötet. Ein Deckoffizier, drei Unteroffiziere und 17 Mannschaften wurden schwer verwundet. Zwei Offiziere, drei Deckoffiziere, neun Unteroffiziere und 31 Mannschaften wurden leicht verwundet. 182 Mann wurden von der HMAS Sydney aufgenommen.
Emden-Memorial
( Klicken zum Vergrößern. Copyright: Commonwealth of Australia)
| Über die Cocos (Keeling) Islands |
Klima:
Tropenklima, hohe Luftfeuchtigkeit (rund neun Monate lang im Jahr durch Südost-Winde gemildert).
Pro Jahr werden ein oder zwei Zyklone registriert. Die Zyklon-Saison dauert von November bis Mai. Die Zyklone bilden sich zumeist zwischen Februar und April.
Die enorme Meerestiefe rings um die Inselgruppe scheint diese vor Tsunamis zu schützen. Im Dezember 2004 zeigte sich das auch wieder: Die Cocos-Inseln blieben - im Gegensatz zu anderen Inseln - verschont. Es wurde lediglich beobachtet, dass sich der Meeresspiegel um rund 40 Zentimeter hob.
Höchste Erhebung:
5 Meter
Umwelt:
Frischwasservorräte sind auf das Regenwasser in natürlichen unterirdischen Reservoirs beschränkt. Die Inseln sind zum Teil stark mit Kokospalmen und anderem bewachsen
Einwohner:
Im Juli 2006 lebten auf den Inseln 574 Personen, "Cocos Islanders". Zu 80 Prozent sunnitische Moslems. Gesprochen wird Malay (ein Cocos-Dialekt) und Englisch.
Wirtschaft:
Die Kokosnuss ist die einzige Frucht, mit der sich nennenswerter Handel betreiben lässt.
Kleine lokale Anpflanzungen (Gemüse, Bananen, Papaya) und der Fischfang tragen zur Versorgung der Bevölkerung mit Lebensmitteln bei. Alles andere wird zumeist aus Australien importiert.
Im Lauf der Jahre hat sich ein gewisses Maß an Tourismus entwckelt.
Währung ist dar Australische Dollar.
Kommunikation:
Es gibt knapp 300 Telefonanschlüsse und ein analoges Handynetz. Zu empfangen sind eine lokale Rundfunkstation, zwei überregionale Rundfunkstationen sowie vier TV-Stationen.
Transport:
Auf den Inseln gibt es einen Flugplatz, 22 Kilometer Straßen (davon zehn Kilometer mit Belag versehen) und einen Hafen (Port Refuge).

