"Großer Bahnhof" für ein Schiff
Die Fregatte Emden ist am Samstag, 24. Juni 2006, wieder nach Wilhelmshaven zurückgekehrt. Das Schiff hatte am Montag, 9. Januar 2006, seinen Heimathafen verlassen, um mit seiner mehr als 200 Soldaten umfassenden Besatzung am Horn von Afrika den Kampf gegen den internationalen Terrorismus zu unterstützen.
Samstag, 24. Juni, 9.45 Uhr: Pünktlich, wie es sich gehört, passierte die Fregatte Emden die Molenköpfe der 4. Einfahrt in Wilhelmshaven. Bis dahin hatten sich schon Hunderte von Angehörigen und Freunde im Stützpunkt, an der Westmole, eingefunden, um die Besatzung in Wilhelmshaven zu begrüßen. Darunter auch einige Mitglieder der Bordgemeinschaft der Emdenfahrer. Das Familienbetreuungszentrum Wilhelmshaven der Familienbetreuungsorganisation versorgte die Wartenden mit Essen und Trinken.
Zwei Schlepper kümmerten sich um die Emden, drehten sie und halfen ihr an die Pier. Zwei Hubschrauber bildeten die Eskorte. Zwar ohne Flagge, wie in früheren Jahren, aber dafür spielte auf der Pier die Musik - etwas, was früher vermisst wurde. Punkt 10.02 Uhr wurde das Anlegemanöver abgepfiffen; die Emden hatte festgemacht.
Die Szene hatte was von einem Boxkampf: Da standen sich die Besatzung auf der einen Seite und die Angehörigen und Freunde auf der anderen Seite gegenüber. Zwischen den beiden Parteien knisterte die Luft. Einige Zeit, nachdem das Anlegemanöver abgepfiffen und das Anlegen selbst über die Bühne gegangen war, hielt es die Massen nicht mehr, die Verwandten und Bekannten ließen Absperrung Absperrung sein und enterten die Fregatte Emden. Die Gegenwehr war sehr gering...
Hier ein paar Bilder vom Samstag:
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Über den Einsatz
Schon den Transit nach Djibouti, wo am Donnerstag, 26. Januar 2006, die Fregatte LÜBECK abgelöst wurde, nutzte die Besatzung, um sich durch diverse Übungen auf die Teilnahme an der Operation ENDURING FREEDOM vorzubereiten. Im Einsatzgebiet bestand die Aufgabe des durch Fregattenkapitän Thomas Jensen geführten Schiffes darin, eine Überwachung des Seegebietes vor der Küste der Arabischen Halbinsel bis zum Golf von Oman durchzuführen. Dabei wurden im Einsatzzeitraum 113 Schiffsüberprüfungen durchgeführt, bei denen das eigens dafür eingeschiffte Boardingteam auf die zu überprüfenden Schiffe übersetzte. Mit ihrem Einsatz hat sich die Besatzung der EMDEN auch bei den Koalitionspartnern, vor allem bei der US-amerikanischen Operationsführung hohes Ansehen erworben. Diese Professionalität wurde bei der Versorgung von drei schwerverletzten Besatzungsmitgliedern des niederländischen U-Bootes BRUNSWIJS und beim Rücktransport einer verletzten amerikanischen Soldatin bestätigt.
Der Hafen von Djibouti diente neben der kontinuierlichen Versorgung des Schiffes auch dem Besuch des Wehrbeauftragten des Deutschen Bundestages. Dieser hatte sich vor Ort einen Eindruck vom fordernden Dienst der Marinesoldaten bei tropischen Temperaturen verschafft. In den vergangen fünfeinhalb Monaten wurden Häfen im Oman, in den Vereinigten Arabischen Emiraten und in Dubai genutzt, um der EMDEN und ihrer Besatzung kurze Verschnaufpausen zu bieten, bevor weitere Aufträge wahrgenommen werden mussten.
(Quelle: Eigenbericht; Presse- und Informationszentrum Deutsche Marine)