Robbe beeindruckt von Leistungsbereitschaft
„Trotz der erheblichen Belastung durch das Klima, die gesundheitlichen Gefahren, wie z.B. Malaria, und die Unsicherheit durch die Gefahr von terroristischen Angriffen kann ich nur eine positive Grundhaltung und eine hohe Motivation bei den Marinesoldaten feststellen, die ich beachtlich finde.“
Am Donnerstag, den 23. Februar 2006, führte der Wehrbeauftragte des Deutschen Bundestages, Reinhold Robbe, an Bord der Fregatte EMDEN in Djibouti Gespräche mit Soldaten aller Dienstgradgruppen, um sich ein Bild über den Auslandseinsatz zu machen.
„Ich habe mir vorgenommen, mindestens einmal im Jahr alle Einsätze der Bundeswehr zu besuchen. Ich will die Probleme an der Basis und vor Ort geschildert bekommen, wenn es welche gibt. Die Erfahrung zeigt, dass es sie gibt“, sagte Robbe zur Begrüßung und als Erklärung für seinen Besuch. Besonders die Probleme im Zusammenhang mit der gestiegenen Anzahl von Einsätzen der Bundeswehr interessierten ihn, auch wenn er für die Marine festhielt: „Bei Ihnen ist das ja schon ein bisschen anders. Es wird leider oft vergessen: Die Marine ist schon seit 50 Jahren im Einsatz!“.
Dennoch gibt es viele Probleme, die den Soldaten auf der Seele brennen und in Gesprächsrunden mit Offizieren, Unteroffizieren und Mannschaften kristallieren sie sich dann auch heraus: Die hohe Anzahl der Abwesenheitstage, Probleme mit der Familienzusammenführung, Dauer der Einsatzzeiträume, Kürzung von Betreuungsmitteln, Probleme durch die Einführung neuer Laufbahnen in der Marine, Ungerechtigkeiten im Beurteilungssystem sowie steuerrechtliche Ungleichbehandlung gegenüber anderen Einsätzen der Bundeswehr waren unter anderem Punkte, die in den Gesprächsrunden angesprochen wurden.
Robbe bedankte sich für herzliche Aufnahme an Bord und die ausgesprochene Offenheit, mit der ihm die Soldaten begegneten. Auch die klare Ansprache von Problemen sei sehr wichtig für ihn. „Ich bin darauf angewiesen, dass sie mich informieren, wenn Sie Probleme sehen oder haben. Schreiben Sie mir einfach einen Brief mit dem Sachverhalt und wir werden dann der Sache nachgehen!“. Ganz besonders forderte er die Soldaten auf, ihn schnellstens zu informieren, wenn es um die persönliche Sicherheitsausstattung, den persönlichen Schutz und die Sicherheit der Soldaten im Einsatz ginge: “Ich werde solche Umstände auf keinen Fall akzeptieren, vor allem wenn sie mit fehlenden Haushaltsmittel begründet werden sollten. Geld darf nicht das Argument sein, die Sicherheit unserer Soldaten im Einsatz zu gefährden.“ Diesem Grundsatz habe er sich in persönlicher Weise verpflichtet.
Am späten Nachmittag reiste Robbe dann wieder in Richtung Deutschland ab, im Gepäck viele Anhaltspunkte, die ihn und seine Mitarbeiter in den nächsten Wochen und Monaten beschäftigen werden. „Sie werden von mir ein Feedback zu den angesprochenen Problemen bekommen“, gab er den Soldaten für ihren weiteren Einsatz mit auf den Weg. „Ich wünsche Ihnen allen persönlich alles Gute und dass sie alle gesund und wohlbehalten zu Ihren Lieben nach Hause zurückkehren.“ Auf dem Weg zu Flughafen resümierte Robbe noch einmal den zweitägigen Besuch: „Trotz der erheblichen Belastung durch das Klima, die gesundheitlichen Gefahren, wie z.B. Malaria, und die Unsicherheit durch die Gefahr von terroristischen Angriffen kann ich nur eine positive Grundhaltung und eine hohe Motivation bei den Marinesoldaten feststellen, die ich beachtlich finde. Das ist auch auf die sehr gute militärische Führung zurückzuführen. Das findet meinen Respekt und meine Anerkennung!“.
(Quelle: Presse- und Informationszentrum Deutsche Marine)

