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Von der Fregatte Emden

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Das elfte Kontingent

Seit dem 26. Januar 2006 ist die Fregatte EMDEN unter dem Kommando von Fregattenkapitän Thomas Jensen in der Operation ENDURING FREEDOM am Horn von Afrika eingesetzt. Die EMDEN bildet das 11. Kontingent, das Deutschland seit dem 11. September 2001 in der Koalition der Willigen unter Führung der USA stellt. Jensen ist zugleich auch der Kommandeur des Deutschen Marine-Einsatzverbandes, der aus der EMDEN und der logistischen Basis in Djibouti besteht.
Das Einsatzgebiet für diese Operation erstreckt sich vom Roten Meer über den Golf von Aden bis hoch zur Küste Pakistans und nach Süden bis zur Grenze Kenias. Ein Gebiet achtmal so groß wie die Bundesrepublik Deutschland.
Aufgabe der Koalitionskräfte am Horn von Afrika ist es, den Terroristen die Nutzung des Seeraumes zu verwehren – sea denial – wie es die maritimen Strategen nennen. Durch intensive Patrouillen, Abfragen und Untersuchungen sollen die derzeit 14 Kriegschiffe aus 13 Nationen zum einen Präsenz zeigen, vor allem aber gilt es, Informationen über Terroristen, ihre Absichten und Transportwege zu sammeln, um damit die Bewegungen der Terrorverbindungen wie Al Kaida und ihnen nahe stehender Gruppen über die Seewege zwischen Afrika, Arabien und Asien zu verhindern.

Findet die EMDEN auf ihrer Patrouille eine Dhow, eines jener typischen Verkehrsmittel in diesem Seegebiet, so wird mit Zustimmung des Kapitäns ein Boardingteam an Bord geschickt, um die Papiere des Schiffes und der Besatzung zu kontrollieren und Befragungen durchzuführen. Meist sind die deutschen Soldaten schon bekannt und gerne gesehen, da sie bei ihren „Besuchen“ immer auch etwas Wasser und Nahrungsmittel mitbringen. So erfahren die Boardingteams auf ihre Fragen hin nicht nur Informationen zu Ladung und weiteren Vorhaben der Schiffe, zusätzlich gibt es auch viele kleine Details über allgemeine Transportrouten, über politische Verhältnisse in Somalia, aber auch über Preise von Fisch und Vieh sowie sonstige Probleme der Händler und Fischer. All diese Informationen werden ohne Zeitverzögerung per Online-Verbindung an die vorgesetzten Stellen der Operation übertragen.

Zum einen ist dieses der Chef des Einsatzverbandes, der so genannten Task Force 150, zu der die EMDEN gehört. Derzeit ist dieses ein niederländischer Commodore, der als Führungsschiff die modernste niederländische Fregatte DE ZEVEN PROVINZIEN nutzt. Im August 2006 wird ein weiteres Mal Deutschland die Führung der Operation übernehmen, dann mit den Führungsschiffen SCHLESWIG-HOLSTEIN und SACHSEN.
Der Commander der Task Force 150 wiederum untersteht dem obersten Bereichsbefehlshaber der US-Marinekräfte in dieser Region, dem Commander US Naval Forces Central Command, kurz COMUSNAVCENT, der sein Hauptquartier in Manama in Bahrain hat. Gleichzeitig ist Bahrain auch die Kommandozentrale der 5. US-Flotte.
Im Hauptquartier in Bahrain laufen alle Informationen ein, die die Schiffe im Seegebiet sammeln. Zusammen mit vielen weiteren Informationen, nicht zuletzt auch mit denen von diversen Geheimdiensten, wird alles in einem langfristigen Gesamtlagebild zusammengefasst. So ist man in der Lage, die Routen von Terroristen, aber auch von Waffenschmugglern und Menschenhändlern zu erkennen, vorherzusagen und die Koalitions-Seestreitkräfte auf verdächtige Fahrzeuge in dem Seegebiet am Horn von Afrika anzusetzen.
Immer ist dabei das Ziel, dem Terrorismus und seinen nahe stehenden Organisationen die Nutzung des Seegebietes zu verwehren.