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Versorgung ist nicht alles...

Verpacken von Versorgungsgütern in Djibouti (Quelle © 2006 Bundeswehr / Außenstelle Djibouti)

Es ist Donnerstag, Mitte März. Die deutsche Fregatte EMDEN befindet sich 40 Seemeilen vor der Küste des Jemen. Die See ist glatt und bleiern, die Luft schwül und heiß. Das Wasser hat eine Temperatur von 27 Grad. Delfine spielen um das Schiff. Die EMDEN patrouilliert in einem Seegebiet, das acht mal so groß wie Deutschland ist, das vom Roten Meer im Norden über den Golf von Aden bis vor zur südlichen Grenze Somalias und im Osten bis an die Küsten Pakistans reicht. Ihre Aufgabe im Rahmen der Operation ENDURING FREEDOM ist es, mit den Seestreitkräften der internationalen Koalition zusammen Terroristen die freie Nutzung dieses Seegebietes zu verwehren und Transporte von Personal, Waffen und anderen Materialien zu verhindern.

Es ist normaler Tagesdienst befohlen – da kommt die Durchsage „Klarmachen zum Approach“ aus der Schiffssprecheranlage. Damit wird angekündigt und eingeleitet, wenn die EMDEN sich einer Dhow nähert, eines der in diesem Seegebiet üblichen typisch arabischen Handelsschiffe. Die EMDEN schließt an die Dhow heran und fragt zunächst nach Herkunft, Ladung und Passagieren.

Wenn der Kapitän der Dhow es erlaubt, wird ein Boardingteam mit dem Speedboot auf die Dhow übergesetzt, um die Angaben und die Ladung zu überprüfen und weitere Informationen zu sammeln. Die neun Soldaten des Versorgungsabschnittes interessiert die Durchsage nur am Rande, sie gehen weiter ihren Aufgaben nach und sorgen unauffällig, aber effizient für den erforderlichen materiellen Nachschub der Fregatte.

In wenigen Tagen wird wieder einmal der Hafen von Djibouti angelaufen und es gibt bis dahin noch einiges zu erledigen. Material, Post und nicht zuletzt Proviant wird erwartet. Das sind zum Beispiel so banale Dinge, wie neues Handtuch- und Toilettenpapier, aber auch wichtige Ersatzteile, wie Pumpen, Dichtungen oder elektronische Bauteile.
Alle diese Dinge müssen am Einlauftag auf der Pier bereitstehen. Da heißt es für die acht Männer und eine Frau, mehrere Tonnen Material an Bord zu schaffen.

...aber ohne Versorgung ist alles nichts

Die "63er" bei deren täglichen, logistischen Arbeit (Quelle © 2006 Bundeswehr / Außenstelle Djibouti)

Für sperrige und schwere Teile steht ein Kran bereit, ansonsten ist Handarbeit angesagt. Während andere Soldaten schon mal früher Dienstschluss haben, müssen die 63er – so werden die Logistiker nach ihrer Verwendungsreihe an Bord genannt – zunächst das Material an Bord bringen, buchen, verteilen und einlagern.

Wenn ihre Arbeit erledigt ist, haben auch sie Freizeit. Doch der Teufel steckt im Detail. Mal ist etwas beim Transport beschädigt worden, oder es wurde nicht das richtige Teil geliefert. Dass so etwas eine Ausnahme bleibt und keine großen Auswirkungen, dafür sorgt der Schiffsversorgungsmeister.

Für ihn ist es mittlerweile der vierte Auslandseinsatz und er weiß inzwischen, worauf es ankommt: Organisationstalent ist gefragt. Das bringt der Oberbootsmann zweifellos mit, wenn er für seine Vorgesetzten die logistischen Meldungen vorbereitet, Fernschreiben erstellt und auch mal beim „Groben“ mit anpackt.

Wenn die Soldaten am Ende der Hafenliegezeit alles richtig gemacht haben, alles reibungslos funktioniert hat und die Post und das Material angekommen sind, hat niemand etwas davon bemerkt, was für ein logistischer Aufwand dafür nötig gewesen ist.

(Quelle: Presse- und Informationszentrum Deutsche Marine)