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Er verwöhnt die Besatzung

Gefreiter Nils Hannemann

(Quelle: © 2006 Bundeswehr)

Zum Betrieb gehört aber nicht nur die technische Komponente. Die rund 220 Soldatinnen und Soldaten an Bord wollen verpflegt werden. Deshalb kümmern sich mehrere Smuts um das leibliche Wohlergehen der Besatzung.
Einer von ihnen ist Gefreiter Nils Hannemann und er ist der einzige Bäcker an Bord. Seeleute haben auch gerne frische Brötchen und frisches Brot auf dem Teller und so hat sich an seinem Tagesablauf im Vergleich zu seiner Ausbildung nur wenig geändert. Hannemann steht gegen 21 Uhr abends auf und macht sich ab 22 Uhr daran, die ersten Teige für Brote anzurühren.
Die ganze Nacht arbeitet der fleißige junge Thüringer alleine, um Brötchen, Croissants, Gebäck, Weißbrot, Roggenbrote und vieles mehr für die 220 Männer und Frauen der EMDEN zu backen. Donnerstags und sonntags ist Seemannssonntag, dann gibt es zusätzlich nachmittags auch noch Kuchen. Die Marinesoldaten der Fregatte EMDEN sind verwöhnt, seit Hannemann an Bord als Bäcker eingesetzt ist. Er hat Freude an seinem Beruf und das merkt man an dem, was er backt - es schmeckt vorzüglich.
Der 19-Jährige ist als freiwillig länger Dienender für 23 Monate bei der Marine. „Für die Marine habe ich mich schon immer interessiert“, so Hannemann. Nachts, wenn er in der Kombüse backt, beschattet die deutsche Fregatte verdächtige Fahrzeuge bis zum Morgen, um sich dann bei Tageslicht anzunähern und Fragen zu stellen. Tagsüber, wenn Hannemann schläft, fährt die Fregatte EMDEN an Dhaus, im Golf von Aden übliche Handelsschiffe, heran und befragt sie nach Herkunft, Ladung und Passagieren.

Vom Pantry zum Maschinengewehrschützen

Hauptgefreiter Till Gerhardt

(Quelle: © 2006 Bundeswehr)

Als Smut kam auch Till Gerhardt an Bord der EMDEN. Doch nach wenigen Wochen wechselte der ausgebildete Koch in die Offizierpantry, da in der Essensausgabe der Offiziermesse Personal benötigt wurde. Zum einen arbeitet er in der Offiziermesse und sorgt mit seinen drei Kameraden, den Pantrys (Abkürzung für Pantry-Gasten), für die Essensausgabe.
Kommt es aber zu einem Annnähern an eine Dhau, den typischen regionalen Handelsschiffen im Arabischen Raum, so muss Gerhardt sich schnellstmöglich auf seine Gefechtsstation begeben und seine Splitterschutzweste und den Gefechtshelm anlegen. Er ist Gewehrschütze und steht neben dem Maschinengewehrschützen. Seine Aufgabe ist es, während einer Annäherung an eine noch nicht identifizierte und nicht aufgeklärte Dhau sicherzustellen, dass eventuell sich in die Enge getriebene Terroristen sofort mit Gegenwehr zu rechnen haben, sollten sie die Fregatte oder das Boardingteam angreifen.
Währenddessen, und das kann Stunden dauern, beobachtet Gerhardt von der Brücke der EMDEN aus das Geschehen. Er ist deutlich sichtbar für das andere Schiff. Sollte es wider Erwarten zu einer brenzligen Situation kommen, können sich seine Kameraden auf der Dhau auf ihn verlassen. Er wird ihnen bei einem Rückzug, also dem Not-Sprung von Bord, wenn es zu Übergriffen durch die Dhau-Besatzung kommen sollte, die nicht mehr zu kontrollieren sind, Feuerschutz geben.

Routine und Professionalität

Hauptgefreiter Mirko Schemmel

(Quelle: © 2006 Bundeswehr)

Ein weiterer Pantry in der Offiziermesse ist Mirko Schemmel. Er ist dafür zuständig, Tische zu decken, Essen aufzutragen, abzuräumen, in der Messe und der zugehörigen Anrichte (Pantry = kleine Küche) nach dem Rechten zu sehen. Somit hat er hier an Bord genau den Job, der am besten zu seiner Ausbildung passt, denn er ist Hotelfachmann mit der Spezialisierung Jungweinsommelier und Käsekenner mit Zertifikat.
Sind hochrangige Gäste an Bord, dann zeigt der Zwickauer auch, was er wirklich kann – dann bedient er, füllt Gläser, legt vor und stapelt die Teller auf dem Unterarm wie in einem exklusiven Restaurant – mit Routine und Professionalität. Die Offiziere sind froh, einen derartigen Profi zur Verfügung zu haben. Und auch seine beiden Mit-Pantries lernen viel von ihm.
Bei einem Speedboot-Alarm, wenn also ein schnelles Boot zu nah an die EMDEN heranzufahren droht, hat Mirko eine zusätzliche Aufgabe. Dann muss er schnellstmöglich auf seine Oberdeckstation, mit Splitterschutzweste, Gefechtshelm und fertiggeladenem Maschinengewehr, bereit zur Verteidigung des Schiffes. Doch Mirko ist auch, wenn es die Zeit zulässt, auf der Brücke und geht schon einmal freiwillig den Dienst als Rudergänger oder als Ausguck – wie seine ehemaligen Elfer-Kameraden es jeden Tag machen müssen.
„Seefahrt ist mein Leben“, sagt Mirko. „Wenn man so auf den weiten Horizont schaut, kann man richtig gut abschalten und entspannen.“ Und: “… man sieht viel von der Welt. Ich liebe das!“ Im Mittelmeer kennt er von Gibraltar bis Suez schon so manchen Hafen. Nun kommen im Golf von Aden und im Arabischen Meer noch einige in einem ganz anderen Teil der Welt dazu.

(Quelle: Presse- und Informationszentrum Deutsche Marine)