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Verbunden mit dem Namen und dem Schicksal der S.M.S. Emden und deren Kommandanten Karl von Müller ist auch das Schicksal des Landungszuges unter der Führung von Hellmuth von Mücke. Kurz vor dem Gefecht zwischen der S.M.S. Emden und der HMAS Sydney bei den Cocos-Inseln ging der Landungszug von Bord. Die Soldaten sollten die Emden nie wieder sehen. Sie schlugen sich zu Wasser, zu Fuß und auf allerlei vierbeinigen und lebenden Transportmitteln von den Cocos-Inseln bis nach Konstantinopel durch. Nachfolgend eine stark verkürzte Schilderung.

Landungszug verlässt die Emden
Am 9. November 1914 ging in den frühen Morgenstunden ein Landungszug (drei Offiziere, sechs Unteroffiziere und 41 Mann) von Bord der SMS Emden, die vor Direction Island lag, einer der Inseln des Süd-Keeling-Atolls. Mit zwei Kuttern erreichte der Landungszug unter der Führung von Kapitänleutnant Hellmuth von Mücke die Insel.

SMS Emden geht Anker auf
Während der Arbeit erreichte den Landungszug ein Morsespruch der SMS Emden, die Arbeiten zu beschleunigen. Später heulte die Sirene der Emden - das Zeichen, sofort an Bord zu kommen. Der Landungszug erreichte die Emden nicht mehr, die den Anker lichtete, Fahrt aufnahm und die ersten Salven in Richtung der HMAS Sydney abfeuerte. Der Landungszug kehrte zur Insel zurück.

Segelschoner Ayesha
In der Nähe des Landungssteges lag der weiße Segelschoner "Ayesha" - nicht in bestem Zustand, aber brauchbar. Abends lichtete die Ayesha den Anker. Von Mücke beabsichtigte, Padang (Sumatra) anzulaufen. Der holländische Kreuzer "Lynx" verfolgte die Ayesha. Vor Emmahaven begab sich von Mücke an Bord der Lynx und deklarierte die Ayesha als deutsches Kriegsschiff, das Trinkwasser und Proviant aufnehmen und den Hafen danach wieder verlassen will. Doch die Holländer sahen die Ayesha eher als Prise an - wogegen von Mücke über den deutschen Konsul Protest einlegte. Mit Erfolg, denn die Ayesha lief am 28. November 1914 unter deutscher Reichskriegsflagge aus.

Frachter Choising
Am 14. Dezember 1914 stieß die Ayesha auf den Frachter "Choising" des Norddeutschen Lloyd. Zwei Tage später (verzögert wegen des Wetters) stieg der Landungszug auf die Choising um; die Ayesha wurde versenkt, nachdem sie mit dem Landungszug an Bord rund 1700 Seemeilen unter Segeln zurückgelegt hatte.

Weiter mit Booten
Am 9. Januar 1915 stieg der Landungszug nordöstlich von Ras Mujamela in vier Boote um. Mit an Bord waren Leutnant zur See der Reserve Geerdts vom Dampfer "Kleist" sowie der Schiffsarzt Dr. Lang von der Choising. Die Boote zogen an der arabischen Küste entlang.

Auf dem Landweg
In der Nähe von Hodeida ging der Landungszug von Bord. In einer türkischen Kaserne waren Quartiere für die Männer eingerichtet. Von Mücke wollte - da die Bahnlinie noch nicht bis Hodeida reichte - mit den Booten weiter nach Norden fahren. Doch die türkischen Soldaten erklärten, dass der Seeweg zu stark überwacht und das der Landweg sicherer sei. Am 27. Januar 1915 war der Tag des Abmarschs gekommen. Auf Pferden, Mulis und Eseln zogen die deutschen Matrosen der Wüste entgegen.

Weiter mit Booten
Am 6. Februar 1915 erreichten sie die Stadt Sanaa. Dort stellte sich heraus, dass ein Weiterkommen auf dem Landweg nicht möglich ist und der Landungszug trat den Rückmarsch nach Hodeida an. Am 14. März begann die Fahrt auf zwei Sambuks - wieder auf dem Seeweg. Am 1. März erreichte der Landungszug Kunfidda, am 24. März Lidd (nördlichster Punkt der Fasanenbank).

Mit Kamelen
Wegen starker Kontrollen durch englische Kriegsschiffe wurde beschlossen, auf dem Landweg vorwärts zu kommen. Am 28. März verließen die Männer mit einer Karawane von 90 Kamelen die Stadt Lidd. Am 1. April wurde die Karawane von Beduinen angegriffen. Unter dem Schutz türkischer Truppen gelangte der Landungszug nach Dschidda, dann in 19 Tagen per Segelboot nach El-Wesch und weiter nach El-Ula.

Mit der Eisenbahn
In El-Ula wartete ein Sonderzug auf den Landungszug. Die Bahnfahrt ging über Damaskus und Aleppo nach Konstantinopel. Am 23. Mai 1915 erreichte der Landungszug den Bahnhof Haidar-Pascha, wo ihn der Chef der deutschen Mittelmeerdivision (gleichzeitig Oberbefehlshaber der türkischen Flotte), Admiral Souchon, empfing. Kapitänleutnant Hellmuth von Mücke meldete: "Melde gehorsamst, Landungszug S.M.S. Emden in Stärke von fünf Offizieren, sieben Unteroffizieren und 37 Mann zur Stelle."

Der Verbleib einiger Teilnehmer des Landungszuges

Literaturtipp:
Die obigen Zeilen gewähren nur einen kleinen Überblick über das Schicksal des Landungszuges der SMS Emden.
Weitaus ausführlicher ist das in Büchern nachzulesen:

TV-Tipp:
Zu diesem Thema wurde ein
Dokumentarfilm gedreht